Kurznews aus Haiti 17/05/2010
Montag, 17. Mai 2010 - 07:08
Liebe Tabler und andere interessierte Leser unseres Blogs. Ich muß mich für die lange Funkstille entschuldigen, andere Dinge des Alltags drängen manchmal in den Vordergrund. Soll das heißen das mit Euren Spendengeldern in den letzte Wochen nichts passiert ist? Nein, im Gegenteil. Haiti wurde ja Dank Vulkanasche und Griechenland gründlich aus den Medien gedrängt, trotzdem ist dort die Lage alles andere als entspannt.Von Wiederaufbau ist noch nicht viel zu sehen und die vielen Camps in und um Port au Prince werden langsam zum Dauerzustand. Es gibt nur wenige Organisationen die sich um die basismedizinische Versorgung in diesen Camps kümmern und daher geht die Arbeit nicht aus. In unserem“ Stammcamp“ auf dem ehemaligen Golfplatzgelände kommen weiterhin ca. 150 Patienten pro Tag. Zusätzlich gibt es regelmäßige Einsätze in verschiedenen kleineren, „wilden“ Camps mit oft desolaten hygienischen Verhältnissen. Hierfür war es nötig, ein zuverlässiges Auto mit geschlossener Kabine (Regenzeit!) zu kaufen, unser erstes Auto fiel quasi auseinander. Dafür mussten 15000 Dollar investiert werden. Zu dieser Investition haben wir uns erst entschlossen, als eine Folgenutzung für dieses Auto feststand. Ein Straßenkinderprojekt, über das ich demnächst mehr berichten werde, wird gute Verwendung für das Fahrzeug haben.
Das DEMIRA Team setzt sich zusammen aus zwei deutschen Ärzten (regelmäßig wechselnd), einer deutschen Teamleitung, einem haitianischen Arzt und anderen lokalen Kräften. Erfreulicherweise gibt es genügend Freiwillige, die bereit sind ohne Gegenleistung im Projekt zu arbeiten, so dass hier in den nächsten sechs Monaten keine Engpässe entstehen dürften. Dank der sparsamen Gelderverwendung und Eures großartigen Spendeneinsatzes ist auch die Finanzierung des Projektes für die nächsten Monate gesichert. Wir sind stolz und zufrieden dass wir jetzt in einer Phase in Haiti Hilfe leisten können, in der sehr viele Organisationen ihren Einsatz bereits beendet haben und in der dieser Arbeit keinerlei öffentliche Aufmerksamkeit mehr gewidmet wird.

